BIM4D und die Zukunft der End-of-Waste-Kriterien: Die Verbindung von digitaler Innovation und zirkulärem Bauen

Jul 10, 2025

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission hat kürzlich eine technische Konsultation zum Entwurf EU-weiter End-of-Waste-Kriterien für Bau- und Abbruchabfälle eingeleitet. Dieser Vorschlag, der derzeit bis zum 11. August 2025 öffentlich geprüft wird, zielt darauf ab, die Bedingungen festzulegen, unter denen Bauschutt – insbesondere mineralische Fraktionen – nicht mehr als Abfall eingestuft wird, sondern zu einem Produkt wird.

Dieser Verordnungsentwurf ist von großer Bedeutung für das Projekt BIM4D, das darauf abzielt, Fachleute aus dem Bau- und Abbruchgewerbe mit digitalen und umweltfreundlichen Kompetenzen für die Anwendung von Gebäudedatenmodellen (Building Information Modelling – BIM) in der End-of-Life-Phase (EOL) von Gebäuden auszustatten. Der Vorschlag der GFS unterstreicht die Notwendigkeit eines transparenten, überprüfbaren und qualitätsgesicherten CDW-Managements – Ziele, die sich mit BIM-Tools in einzigartiger Weise erreichen lassen.

📌 Wie BIM4D zur Erreichung der EU-Abfallvermeidungsziele beiträgt

BIM4D unterstützt den Übergang vom linearen zum zirkulären Bauen, indem es die Rückverfolgbarkeit, die Dokumentation und die Bewertung vor dem Abriss mit digitalen Mitteln verbessert. In Übereinstimmung mit den CEN/TC 350-Nachhaltigkeitsstandards und insbesondere der Phase C1 – Rückbau – verbessert die BIM4D-Methodik die Entscheidungsfindung und die Transparenz des Materialflusses in der EOL-Phase.

Zu den wichtigsten Überschneidungen zwischen BIM4D und dem GFS-Entwurf der End-of-Waste-Kriterien gehören:

  • Digitale Rückverfolgbarkeit von Materialströmen – BIM-Modelle können gefährliche bzw. wiederverwendbare Materialien verfolgen, was die Einhaltung der GFS-Ausschlusslisten (z. B. Asbest, Teer) erleichtert.
  • Planung im Vorfeld des Abbruchs – unterstützt durch BIM-basierte Rückbausimulationen und Inventare.
  • Qualitätssicherung – BIM unterstützt eine strukturierte Dokumentation und Prüfpfade, die mit den Anforderungen des GFS-QAS und der Konformitätserklärung übereinstimmen.
  • Datenintegration – durch den BIM4D-Lehrplan und die Plattform (auf der Grundlage von LEARNDASH) werden Arbeitnehmer und Berufsbildungseinrichtungen darin geschult, EOL-Daten zu erfassen und zu verwalten, die schließlich in künftige digitale CDW-Datenbanken einfließen könnten.

Diese Synergie bestätigt, dass BIM4D nicht nur eine Berufsbildungsinitiative ist, sondern auch ein digitaler Wegbereiter für eine Politik des Kreislaufbaus.

📝 Beteiligen Sie sich an der EU-Konsultation

Wir ermutigen alle Interessengruppen – Bauunternehmen, Fachleute für Gründächer, Abbruchspezialisten, Berufsbildungsanbieter und Recycler – den Entwurf der GFS zu prüfen und ihr Fachwissen zu dieser sich entwickelnden Gesetzeslandschaft beizutragen. Der Entwurf betrifft insbesondere die Verwendung von:

  • Mineralische Zuschlagstoffe (z. B. Beton, Keramik, Ziegel)
  • Substrate und Drainageschichten in grüner Infrastruktur
  • Materialien, die für eine Neueinstufung von Produkten unter EoW in Frage kommen

📅 Abgabetermin: 11. August 2025
📧 Feedback einreichen: JRC-END-OF-WASTE@ec.europa.eu

🔗 Laden Sie den vollständigen Entwurf der Kriterien herunter: EU JRC EoW Konsultationsportal